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Man probiere keine Pflanzen, bei denen
man sich nicht sicher in der Bestimmung ist! Nicht
alle Pflanzen sind bedenkenlose Eßbar! Viele enhalten Gifte und
Stoffe die bei ausreichender Menge schädliche Auswirkungen, oder
sogar tödlich sein können! Alle angeblichen Heil-und Medizinalpflanzen,
ersetzen keineswegs einen Arztbesuch! Vor Selbstmedikamentation wird
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Die Bezeichnung "Erdbeerspinat" wird durch die
eßbaren, saftigen roten Früchte, die Walderdbeeren gleichen,
begründet. Er stammt ursprünglich aus Südeuropa und dem
Orient. Er wurde in europäischen Gärten jahrhundertelang als
Gemüse, angebaut. Später wurde er durch den Spinat (Spinacia
oleracea) fast vollständig verdrängt, weil dieser maschinell
zu ernten ist und höhere Erträge liefert.
Heutzutage kommt die Pflanze wieder in Mode, aber nicht als Gemüsepflanze,
sondern wegen deren hohen Zierwert durch die roten Früchte. Gelegentlich
findet man noch verwilderte Exemplare außerhalb der Gärten,
die durch früheren Anbau in den Gärten stammen. Die Pflanze
vermehrt sich leicht selbst durch Selbstaussaat.
Von dem Erdbeerspinat gibt es eigentlich zwei Arten:
- erstens den Ährigen Erdbeerspinat (Biltum capitatum)
. Diese einjährige Pflanze wird ca 30-60cm hoch. Die Stengel
sind wenig beästet und haben gestielte, dreieckige schwach gezähnte
Blätter. Die Früchte sind von blutroter Farbe und stehen
in blattlosen Ähren über den Pflanzen. Die Samen sind kleiner
als beim echten Erdbeerspinat.
- zweitens den Echten Erdbeerspinat (Biltum virgatum)
. Diese einjährige,selten zweijährige Pflanze, erreicht
Höhen von ca 35-80cm. Die beästeten Stengel sind fast stielrund
und sind bis zur Spitze hin beblättert. Die Blätter sind kurzgestielt,
dreieckig und mit wenigen Zähnen besetzt. Die Früchte sind
maulbeerartig geformt und stehen in den Blattachseln.
Da die beiden Arten bisher kaum züchterisch bearbeiet worden
sind, gibt es nur die Arten und keine Sorten. Meist wird der Biltum
capitatum angeboten. Beide Arten sind aber nur schwer zu unterscheiden.
Die Pflanzen besitzen neben der Eigenschaft als Gemüse auch einen
hohen Zierwert im Garten. Als Gemüse sind sowohl die jungen
zarten Blätter als auch die roten, saftigen Früchte nutzbar.
Aussaat und Ernte des Erdbeerspinat:
Der Erdbeerspinat kann im Freiland und auch auf dem Balkon in
großen Schalen, großen Töpfen und Blumenkästen
problemlos kultiviert werden. Ein Anbau im ungeheizten Gewächshaus
im Frühjahr und Herbst, ist zwar möglich, wird aber nur selten
praktiziert.
- Man kann direkt in Reihen von ca 30 cm Abstand aussäen.
In der Reihe sollte man Abstände von ca 8-15cm
einhalten. Der Samen soll ca 2-3 cm tief abgelegt werden. Der Erdbeerspinat
wächst zwar auf fast allen Böden, dennoch sollte er weder
zu schwer noch stauende Nässe aufweisen. Der Boden sollte gut
gelockert sein. Auf sandigen, humosen Böden gedeiht er am besten.
Eine extra Düngung ist nur selten erfolderlich, da er nur ein geringes
Nährstoffbedürfnis hat. Die Direktaussaat
ins Freie kann man von März bis Juli vornehmen. Spätere Aussaaten
sind im ungeheizten Gewächshaus noch möglich, jedoch erhält
man nur mehr kleine Pflanzen. Warme, sonnige Standorte begünstigen
ein gutes Wachstum, besonders bei mehrmahliger Ernte. Die Pflanzen vertragen
aber auch noch lichten Schatten.
- Es besteht aber auch die Möglichkeit den Erdbeerspinat
zu pflanzen, anstatt ihn direkt ins Freiland auszusäen.
Dazu sät man das Saatgut direkt in 7-8 cm große
Töpfe aus, die am besten mit spezieller keimfreier Anzuchterde
gefüllt sind. Pro Topf legt man 3-4 Korn ca 2 cm tief ab. Die
Anzuchttemperatur sollte bei 16-20ºC liegen. Die Pflanzen
werden später im Freiland in Reihenabstände von ca 30cm
ausgepflanzt. In der Reihe auf ca 15-20cm Abstand achten. Mit der Voranzucht
kann man ca Mitte März beginnen. Bis ca Ende Juli können die
vorkultivierten Pflanzen noch ausgepflanzt werden.
- Auch auf einem Balkon kann man den herrlich fruchtenden Erdbeerspinat
anbauen. Dazu wird im Prinzip genauso verfahren
wie im Freiland, nur daß man hier vorteilhafterweise, nur
Einzelpflanzen auspflanzen soll. Anstatt die Pflanzen ins Freiland
zu pflanzen, werden sie nun eben in einen großen Topf oder
Gefäss gepflanzt, die mit nahrhafter Blumenerde gefüllt sein
soll. Da im Topf oder Gefäss keine weiteren
Nährstoffe hinzu kommen, sollte man einige Wochen nach der
Pflanzung regelmässig mit Flüssigdünger nachdüngen.
Kulturpflege:
Erdbeerspinat ist anspruchlos und problemlos
zu kultivieren. Bei zu dichter Saat muss vereinzelt werden. Am besten
macht man dies bei ca 5cm Pflanzenhöhe. Dies ist aber nur bei der Direktsaat
erforderlich. Ein aufhacken des Bestandes nach Beregnung oder natürlichen
Niederschlägen, fördert das Wachstum der Pflanzen und schränkt
den Unkrautwuchs ein. Im Freiland wird bei Trockenheit gewässert.
Dies führt bei regelmäßiger Ernte, zu frischen und
zarten Blättern und die Pflanzen sind mehr treibwillig, als solche
die nicht gewässert werden. Auf dem Balkon oder großen Töpfen
muß regelmäßig gewässert werden, da die Erde
dort schneller austrocknet als im gewachsenen Boden. Krankheiten
sind sehr selten am Erdbeerspinat zu sehen.
Die Ernte:
erfolgt fortwährend von ca Mai bis September. Man erntet
sowohl die jungen zarten Blätter und später
auch die roten Früchte. Da die Blätter schnell welken, sollte
erst unmittelbar vor der Verwendung, geerntet werden.Bei
ca 1º C und ca 95% relativer Luftfeuchte, hält der
Erdbeerspinat aber bis zu 5 Tage.
Die Verwendung:
Der Erdbeerspinat bietet zweierlei zum essen.
Erstens die Blätter. Diese erntet man entweder ganz als junge Rosette
oder man pflückt bei älteren Pflanzen die Blätter einzeln
ab. Die Zubereitung der Blätter kann wie Spinat erfolgen. Aber
auch in Gemüsesuppen oder roh in Mischsalaten können sie angewandt
werden. Zweitens sind die zahlreichen roten Früchte, die später
erscheinen essbar. Leider schmecken sie nicht nach Erdbeeren, wie der
Name es andeutet. Ihr Geschmack ist leicht fade, man kann sie aber roh
verzehren oder in Obstsalaten mitverwenden.
Nicht nur als Gemüse, sondern auch als schmückende
Zierpflanze findet der Erdbeerspinat viel Zuspruch.