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Man probiere keine Pflanzen, bei denen
man sich nicht sicher in der Bestimmung ist! Nicht
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Die aus Südamerika stammende Kapuzinerkresse
(botanisch Tropaeolum majus) wird bei
uns sehr gerne als schnellwachsende Zierpflanze verwendet. Daß
sie aber auch als Gemüse verwendet werden kann, ist vielen unbekannt.
Im 16. Jh. gelangte die Kapuzinerkresse nach Europa. Anfangs wurde
sie in unseren Breiten auch nur als Zierpflanze angebaut. Erst später
wurde sie auch als Heil- und Gewürzpflanze kultiviert. Der Anbau
als Gemüse, erfolgte erst viel später.
Von der Kapuzinerkresse gibt es zwei Formen: erstens
die Form mit niederliegendem und kriechendem Wuchs, wo die Blüten
über dem Laub erscheinen und die oft als Tropaeolum
majus nanum bezeichnet wird. Und zweitens die Form die kletternde
Triebe bildet und als Tropaeolum majus bezeichnet wird.
In den Anden gibt es noch weitere Arten der Kapuzinerkresse
zB: die Tropaeolum tuberosum; Tropaeolum tuberosum ssp.
tuberosum; Tropaeolum tuberosum ssp. silvesrtis; und Tropaeolum minus
, die dort als Wurzelgemüse (Rhizomknollen) und Zierpflanzen
Verwendung finden.
Die angebauten Formen bei uns erreichen bei den kletternden
Sorten Höhen/Längen von ca 2,5 m. Die kriechenden Sorten
Höhen von 25-40 cm. Die Pflanzen blühen von Ende Juni
bis Oktober ununterbrochen und besitzen somit neben der Eigenschaft
als Gemüse auch einen hohen Zierwert im Garten. Besonders Sorten
mit dunkelbraun-rotem oder gelbem Laub wirken sehr attraktiv. Als Gemüse
sowie als Gewürz sind sowohl die jungen zarten Blätter als
auch die Blüten und unreifen Samen nutzbar.
Aussaat und Ernte der Kapuzinerkresse:
Die Kapuzinerkresse kann im Freiland und auch auf dem Balkon
in grossen Schalen, grossen Töpfen und Blumenkästen problemlos
kultiviert werden. Ein Anbau im Gewächshaus wird nicht praktiziert.
- Man kann sie direkt in Reihen von ca 30-40 cm Abstand aussäen.
Der Samen soll ca 2 cm tief abgelegt werden. Pro lfm
sollte man ca 8-10 Korn aussäen. Die Kapuzinerkresse wächst
zwar auf fast allen Böden, dennoch sollte er weder zu schwer noch
stauende Nässe aufweisen. Der Boden sollte gut gelockert
sein. Eine extra Düngung ist nur selten erfolderlich. Zu hoher
Stickstoffgehalt im Boden nach N-betonter Düngung fürt zu
üppigem Blattwachstum aber auf Kosten der Blütenbildung.
Die Direktaussaat ins Freie kann man von Ende April
/ Anfang Mai bis Ende Juni vornehmen. Spätere Aussaaten sind noch
möglich, jedoch erhält man nur mehr kleine Pflanzen. Warme,
sonnige Standorte begünstigen einen reichlichen Flor. Die Pflanzen
vertragen auch noch Halbschatten, jedoch blühen sie dort spärlicher.
Kleinbleidende Sorten kultiviert man oft in Beetform. Rankende Sorten
werden meist als Einzelpflanzen an Pergolen oder ähnlichem gepflanzt.
- Es besteht aber auch die Möglichkeit die Kapuzinerkresse
zu pflanzen, anstatt sie direkt ins Freiland auszusäen.
Dazu sät man das Saatgut direkt in 7-8 cm große
Töpfe aus, die am besten mit spezieller keimfreier Anzuchterde
gefüllt sind. Pro Topf legt man 3-4 Korn ca 2 cm tief ab. Die
Anzuchttemperatur sollte bei 16-20ºC liegen. Die Pflanzen
werden später im Freiland in Reihenabstände von ca 30-40
cm ausgepflanzt in Beetform oder rankende Sorten einzeln an Pergolen und
ähnlichem. In der Reihe sollte man einen Abstand von ca 20-25 cm
einhalten. Mit der Voranzucht kann man Ende März bis Anfang April
beginnen. Ein auspflanzen sollte erst erfolgen wenn es frostfrei bleibt
oder Mitte Mai je nach Gegend. Bis Ende Juni können die vorkultivierten
Pflanzen noch ausgepflanzt werden.
- Auch auf einem Balkon kann man die herrlich blühende
Kapuzinerkresse anbauen. Dazu wird
im Prinzip genauso verfahren wie im Freiland.
Entweder man sät den Samen Anfang Mai direkt in grosse Töpfe
oder Blumenkästen die mit nahrhafter Pflanzerde gefüllt sind
aus, oder man pflanzt vorgezogene Pflanzen. Anstatt die Pflanzen ins
Freiland zu pflanzen, werden sie nun eben in einen grossen
Topf oder Gefäss gepflanzt. Man sollte nahrhafte Pflanzerden verwenden
. Da im Topf oder Gefäss keine weiteren Nährstoffe
hinzu kommen, sollte man einige Wochen nach der Pflanzung regelmässig
mit Flüssigdünger nachdüngen. Auf einen niedrigen
N-Gehalt ist zu achten.
Kulturpflege:
Kapuzinerkresse ist anspruchlos und problemlos
zu kultivieren. Da sie sich schnell entwickelt und somit das Unkraut
schnell unterdrückt, braucht nicht oft gehackt zu werden. Sie
ist ein guter einjähriger Bodendecker. Im Freiland wird nur in
langen Trockenperioden gewässert. Auf dem Balkon oder grossen Töpfen
muss regelmäßig gewässert werden, da die Erde dort
schneller austrocknet als im gewachsenen Boden. Krankheiten sind sehr
selten an der Kapuzinerkresse zu sehen. Gelegentlich können die
Raupen vom Großen Kohlweißling Blattfraß verursachen.
Die Ernte:
erfolgt fortwährend. Man erntet sowohl die jungen
zarten Blätter als auch die Blüten, die unreifen Samen und
geschlossenen Knospen. Da die Blätter und Blüten schnell
welken, sollte erst unmittelbar vor der Verwendung, geerntet werden.
Die Verwendung:
der jungen Blätter und Blüten ist ähnlich
wie die der Gartenkresse. Sie finden fein gehackt, Verwendung in
Rohkost-Salaten, Mischsalaten, Brotbelag, Kräuterquark und zum
Garnieren von kalten Platten. Grüne und unreife Samen
und geschlossene Knospen, lassen sich sauer in Kräuteressig einlegen
und als Kapernersatz verwenden.
Nicht nur als Gemüse, sondern auch als schmückende
Zierpflanze findet sie viel Zuspruch.