Techniken Saatgutgewinnung:
zur Webseite   www.kraizschouschteschgaart.info

DIESE SEITE IST ZUR ZEIT NOCH IN ARBEIT UND DAHER NICHT VOLLSTÄNDIG.
JEDE NEUERUNG WIRD SOFORT AKTUALISIERT.


Auf dieser Seite bekommen Sie einen kleinen Einblick in die vielfältige Erhaltungsarbeit die im "Kraizschouschteschgaart" geleistet wird. Sie bekommen gezeigt, wie Sie in Ihrem eigenen Garten oder auf dem Balkon, Ihr eigenes, sortenreines Saatgut von verschiedenen Gemüsepflanzen, selbst gewinnen können, so wie dies früher in jedem Hausgarten Gebrauch war. Um dies zu verwirklichen, erhalten Sie die dazu nötigen Informationen und Erklärungen auf dieser und weiteren Seiten meiner Webseite.
Avator Tomatenblüte isolieren 120x150
Unter der Rubrik "Techniken zur Saatgutgewinnung" finden Sie:
1. Theoretische Einführung zum Thema
2. Arbeitsanleitungen mit Schritt-für-Schritt Erklärungen über die Saatgutgewinnung
Unter der Rubrik "Sortenerhalt" finden Sie:
1. Einleitung zum Thema
2. Generelle Informationen über die Saatgutgewinnung im privaten Hausgarten
3. Materialbedarf
4. Verschiedenes
Unter der Rubrik "Sortenerhalt der einzelnen Gemüsearten" finden Sie:
1. Gezielte Informationen und Arbeitsanleitungen für die Saatgutgewinnung der verschiedenen Gemüsearten
Inhaltsverzeichnis dieser Seite:
  1. Theoretische Einführung.
  2. Grundlagenwissen der Botanik.
  3. Bewahrung der Sortenreinheit durch mechanische Isolation und Handbestäubung.
  4. Auslese und Selektionsarbeit.
  5. Populationsgrößen und Genetische Vielfalt.
  6. Saatgutreinigungsmethoden.
  7. Saatgutlagerung.
  8. Veschiedenes.
  9. Schritt-für-Schritt Anleitungen allgemeiner Techniken für die Saatgutgewinnung.



1. Theoretische Einführung:








2. Grundlagenwissen der Botanik:


2.1. Kleines Einmaleins der Pflanzeneinteilung:
Alle Pflanzen werden nach ein und demselben Muster der binären Nomenklatur klassifiziert. Das heißt für jede familienangehörige Pflanze wird ein zweigliedriger Artenmane verwendet. Dazu kommen noch spezifische Sortennamen und gegebenenfalls auch noch Lokalbezeichnungen der Gattung und Art.
Die Einteilung erfolgt also folgendermaßen: (Beispiel Puffbohne)

Familie:
Fabaceae
Gattung:
Vicia
Art:
faba
Sortenname:
z.B: "Kleine Braune"
z.B: "Breustedts Sterntaler"
z.B: ".......
Lokalname:
Ackerbohne / Pferdebohne / Saubohne / Dicke Bohne

Als "Familie" wird die große Gruppe der Pflanzen angesehen die ähnliche botanische Eigenschaften haben. Typisch ist die  Familieneinteilung auf Grund von ähnlichen Blüten- und Fruchtstrukturen.
Als "Gattung" bezeichnet man die natürlichen Untergruppen der "Familie". "Gattungen" sind Gruppen von Pflanzen, die stark miteinander verwandt sind und nähere morphologische Ähnlichkeiten besitzen.
Als "Art" bezeichnet man die Unterteilung der "Gattung" in kleinere überschaubare Gruppen die ähnliche Merkmale aufweisen.
Der "Sortenname" ist eigentlich die letzte Einteilungsstufe. Er teilt die "Art" in die einzelnen Sorten (Individuen) auf. Jede Sorte hat ihre ganz spezifischen Eigenschaften.
Der "Lokalname" ist bei der Nomenklatur nicht unbedingt notwendig. Er wird jedoch oft als Orientierungshilfe mit angegeben.

Die Blüte:

"Einhäusigkeit":

"Zweihäusigkeit":

Aufbau der Blüte:





Schematischer Aufbau der Blütenorgane einer Zwitterblüte:

Die Blüte einer Zwitterblüte enthält sowohl männliche wie weibliche Blütenorgane.
Unter dem Oberbegriff: "Staubgefäße", werden die männlichen Organe zusammengefaßt.
Es sind dies: Staubbeutel und Staubfaden.

Unter dem Oberbegriff: "Stempel", werden die weiblichen Organe zusammengefaßt.
Es sind dies: Narbe, Griffel und Fruchtknoten.
350x270 Schematischer Aufbau der Blütenorgane einer Zwitterblüte


Befruchtung der Blüte:
"Selbstbefruchter"
"Fremdbefruchter"
"Insektenbefruchtete Pflanzen"
"Windbestäubte Pflanzen"









3. Bewahrung der Sortenreinheit durch mechanische Isolation und Handbestäubung:

Um bei der Erhaltungsarbeit an alten und seltenen Gemüsesorten die Sortenreinheit zu erhalten und zu garantieren, bestehen verschiedene Möglichkeiten der Isolierung der Samenträger zur Verfügung.
Hier eine kurze Auflistung der verschiedenen Isolations-Methoden:


1: Die "Räumliche Isolation":
Hierbei werden die verschiedenen Gemüsesorten soweit voneinander entfernt angebaut, daß es während der Blütezeit zu keinem Pollenaustausch kommen kann.
Gemüsesorten die durch den Wind bestäubt werden, werden soweit auseinander gepflanzt daß die Strecke wo die Pollenkörner vom Wind mitgenommen werden können, nicht mehr ausreicht um am anderen Standort dort die Gemüsesorte zu bestäuben.
Gemüsesorten die durch Insekten bestäubt werden, werden soweit auseinander gepflanzt daß der Aktionsradius der Insekten nicht mehr ausreicht um am anderen Standort dort die Gemüsesorte zu bestäuben.
Die räumliche Isolation ist in privaten Kleingärten nur selten zu praktizieren,da meist recht beachtliche Abstände zwischen den einzelnen Gemüsesorten notwendig sind. Ebenso muß man darauf achten daß in den Nachbargärten in der näheren Umgebung keine derartigen Sorten und Arten die man erhalten will, dort blühen.
Mindestabstände sind nur schwer anzugeben da diese von verschiedenen Faktoren wie z.B: Geländegestaltung, Blütenangebot, Hauptwindrichtung und Anzahl der Samenträger u.s.w. stark abhängig sind.

2: Die "Zeitliche Isolation":
2.1: Innerhalb eines Jahres:
Diese Methode eignet sich besonders für Gemüsesorten die eine kurze Kulturdauer haben. Durch einen gestaffelten Anbau kann man die verschiedenen Gemüsesorten zeitlich versetzt zur Blüte bringen. Dazu wird die erste Gemüsesorte so früh wie möglich ausgesät. Wenn diese erste Sorte nun mit blühen anfängt, kann man die zweite Sorte aussäen. Sie blüht erst wenn bei der ersten Sorte die Blüten alle verblüht sind und deren Samen meist schon angesetzt haben. Wichtig ist daß von der ersten Gemüsesorte keine Blüte mehr vorhanden sein darf wenn die zweite Sorte ihre Blüten öffnet. Ebenso ist darauf zu achten daß im Nachbargarten zumBlütenzeitpunkt keine anderen Sorten dieser Art stehen dürfen.
2.2: Über mehrere Jahre:
Anstatt in einem Jahr verschiedene Sorten einer Art anzubauen kann man auch über mehrere Jahre hinweg zeitlich isolieren,indem man nur eine Gemüsesorte pro Art und Jahr anbaut. Da die Samenkörner über mehrere Jahre hinweg keimfähig bleiben kann man trotz einer Sorte pro Jahr mehrere Sorten über mehrere Jahre hinweg erhalten.
3: Die "Mechanische Isolation":
Die mechanische Isolation ist zwar zeitaufwändiger als die räumliche oder zeitliche Isolation, dennoch ist sie für kleinere Gärten oder Gärten in Schreberanlagen gut geeignet.
Bei dieser Methode wird eine physische Barriere zwischen den einzelnen Gemüsesorten aufgebaut die eine ungewollte Fremdbefruchtung verhindern. Mittels Kulturschutznetzen, Vlies und Fliegengitter lassen sich Sorten von Insektenbestäubenden Sorten sehr gut schützen. Windbestäubte Sorten sind aber problematischer. Ihre Pollen durchdringen selbst engmaschigen Vlies und stellt somit keine wirksame Barriere da. Windbestäubte Sorten können somit mit den oben erwähnten Materialien nicht erfolgreich vor Fremdbefruchtung geschützt werden.
3.1: Das "Einsacken":
Diese Praktik beim mechanischen isolieren kann man besonders für die Erzeugung von kleinen Mengen Saatgut praktizieren. Beim einsacken werden einzelne Blüten oder Blütenstände von selbstbefruchtenden Gemüsesorten mit Vlies oder ähnlichen Materialien eingepackt, sprich eingesackt. Es dürfen keine Bestäuberinsekten die eine mögliche Fremdbefruchtung hervorrufen können, an die Blüten gelangen. Daher muß das Vlies oder andere Materialien, die ganze Blüte dicht umschließen und man sollte die Öffnung des Vlies-Sackes unten am Stamm oder Stengel der Pflanze mit einer Schnur zubinden. Das einsacken erfolgt vor dem öfnen der ersten Blüte und solte erst abgenommen werden wenn mindestens die letzte Blüte komplett abgeblüht ist. Besser man wartet bis die Samenschoten sich zeigen. Nach dem abnehmen des Vlies,die so sortenrein vermehrten Samenträger mit einem farbigen Bindfaden z.B: deutlich markieren.
3.2: "Isolationskäfige":
Diese Praktik beim mechanischen isolieren kann man besonders für die Erzeugung von größeren Mengen Saatgut praktizieren. Beim isolieren mit Isolationskäfigen werden die ganzen Pflanzen oder sogar die ganzen Reihen und Beete einer Gemüsesorte mit Vlies oder ähnlichem Material eingepackt. Je nach Methode (siehe dazu auch die Unter-Abschnitte 3.2.1.; 3.2.2. sowie 3.2.3.) können sowohl selbstbefruchtende als auch fremdbefruchtende bezw. insektenbefruchtende Gemüsesorten unter Isolationskäfigen angebaut werden.
Isolationskäfige können schnell selbst angefertigt werden. Meistens bestehen sie aus einem Holz- oder Drahtrohrgerüst, über das z.B: Vlies, engmaschiges Fliegengitter, Kulturschutznetze u.s.w. drübergespannt wird. Sie sollten mindestens Platz für etwa 10 Pflanzen gewähren. Für größere Pflanzenzahlen, kann man auch biegsame Eisenstangen in regelmäßigen Abständen halbkreisförmig in die Erde drücken und mit oben genannten Materialien abdecken. Die Ränder werden meist mit Erde zugedeckt. Ein komplettes zudecken, meist niedrig wachsender Gemüsesorten, kann auch mit Vlies oder Kulturschutznetzen die direkt über die Pflanzen gelegt werden, erfolgen. Auch hier werden die Ränder meist mit Erde zugedeckt. Welche Methode Sie schlußendlich praktizieren ist Ihnen überlassen. Wichtig ist immer nur, daß die Pflanzen zu 100% gegenüber einer ungewollten Fremdbefruchtung geschützt sind.

3.2.1: "Feststehende":
Unter "feststehenden" Isolationskäfigen werden die selbstbefruchtenden Gemüsesorten, wo entweder mehrere verschiedene Sorten zeitgleich angebaut, oder wo eine mögliche Fremdbefruchtung durch Insekten nicht ganz ausgeschlossen werden kann, isoliert. Da es sich hier um selbstbefruchtende Gemüsesorten handelt, werden die Pflanzen entweder einzeln oder zu einer Gruppe zusammen, komplett eingepackt unter einem Isolationskäfig. Da hier keine Insektenbefruchtung für eine normale Saatgutentwicklung notwendig bezw. auch unerwünscht ist, beläßt man den Isolationskäfig vom Blütenbeginn bis oft zum fertigen Samenkorn, die ganze Zeit über den Pflanzen. Daher wird auch von "feststehenden" Isolationskäfigen gesprochen, da diese während ihres Einsatzes nicht bewegt werden.
3.2.2: "An abwechselnden Tagen":
Diese Methode wird nur für Fremdbefruchtende bezw. Insektenbefruchtende Gemüsesorten benutzt, die zeitgleich abblühen. Es werden mindestens zwei Isolationskäfige benötigt. Maximal sollte man nur bis zu vier verschiedene Gemüsesorten so isolieren, da je mehr Isolationskäfige zum Einsatz kommen, umso weniger Saatgut wird man durch mangelnde Insektenbefruchtung ernten.
Die Methode der Isolationskäfige an abwechselnden Tagen funktioniert generell folgendermaßen: Die zu isolierenden Gemüsesorten werden alle, kurz vor Blühbeginn, je nach Sorte getrennt, unter Isolationskäfigen eingepackt. Mindestens 6 bis 10 Pflanzen pro Gemüsesorte sollte man dazu einpacken unter dem Isolationskäfig.
Am Morgen des ersten Tages, wo eine der zu isolierenden Gemüsesorten anfängt aufzublühen, wird von dieser Gemüsesorte der Isolationskäfig für einen Tag lang entfernt. Während dieser Zeit können die Blüten dieser Gemüsesorte von Insekten befruchtet werden. Am Abend des ersten Tages kommt auf die erste geöffnete Gemüsesorte, die jetzt teilweise befruchtet wurde, wieder der Isolationskäfig drauf.
Am Morgen des zweiten Tages wird von der zweiten Gemüsesorte die aufblüht, der Isolationskäfig für einen Tag lang entfernt. Abends nach der teilweisen befruchtung wird er wieder aufgesetzt. Man verfährt so im 1-Tages-Rhythmus mit all den restlichen Gemüsesorten, bis man wieder bei der ersten Gemüsesorte angelangt ist. Damit die Pflanzen möglichst viele Samenkörner ansetzen können, sollte man diese Methode solange fortsetzen, bis genügend Samenkörner gebildet sind. Wichtig ist dabei, daß wenn genügend Samenkörner gebildet wurden, man die Isolationskäfige bis zum Ende der Blütezeit der verschiedenen Gemüsesorten, drauf lassen muß, damit es nicht nachträglich zu einer Fremdbefruchtung kommen kann. Erst wenn alle zu isolierenden Gemüsesorten vollständig abgeblüht sind, kann man die Isolationskäfige ganz entfernen.

3.2.3: "Mit Bestäuberinsekten":
Mit dieser Methode, die zwar aufwendig ist, kann man aber eine große Anzahl von Pflanzen von vielen verschiedenen Gemüsesorten, gleichzeitig sortenrein erhalten. Sie wird für Fremdbefruchtende bezw. Insektenbefruchtende Gemüsesorten eingesetzt die zeitgleich abblühen.
Die Methode der Isolationskäfige mit Bestäuberinsekten funktioniert generell folgendermaßen: Die zu isolierenden Gemüsesorten werden alle, kurz vor Blühbeginn, je nach Sorte getrennt, unter großen Isolationskäfigen eingepackt. Mindestens 10 bis 15 Pflanzen pro Gemüsesorte sollte man dazu einpacken unter dem Isolationskäfig. Ebenso muß man etwas mehr Platz einrechnen, für die Bestäuberinsekten die eingesetzt werden. Sobald eine der isolierten Gemüsesorten mit blühen anfängt, setzt man die Bestäuberinsekten in den jeweiligen Isolationskäfig ein. Nach und nach werden so bei allen isolierten Gemüsesorten unter den Isolationskäfigen, Bestäuberinsekten eingesetzt.
Die Bestäuberinsekten erfüllen nun die Aufgabe der Befruchtung der Blüten. Da sie nur an diese Blüten herankommen, kommt es zu keiner ungewollten Fremdbefruchtung und da sie von Blühbeginn, bis zum Blühende unter dem Isolationskäfig dauernd befruchten, gibt es auch keine Ausfälle bei der Saatgutmenge durch mangelnde Insektenbefruchtung wie bei der Methode "an abwechselnden Tagen". Sobald die Blüten einer der isolierten Gemüsesorten abgeblüht sind, kann man die Bestäuberinsekten aus diesem Isolationskäfig entnehmen. Nach und nach werden auch aus den restlichen Isolationskäfigen die Bestäuberinsekten nach Blühende herausgenommen. Zur Sicherheit sollte man die Isolationskäfige aber auf den jeweiligen Gemüsesorten belassen bis die Samenbildung anfängt.
Besonders wichtig beim Einsatz von Bestäuberinsekten ist, eine Artgerechte und der jeweiligen Insektenart angepaßte Haltung in den Isolationkäfigen. Als Bestäuberinsekten eignen sich unter anderem folgende Arten:

  1. Mauerbienen (Osmia rufa): Sie sind relativ leicht in der Zucht und können gezielt zur Bestäubung in den Isolationskäfigen eingesetzt werden. Es sind Solitärbienen, die alleine und nicht in einem Volk leben. Generell eignen sich alle wildlebenden Solitärbienen für die Bestäubung.
  2. Schmeißfliegen (Calliphora spp.): Man bekommt sie als Maden (Köder) in vielen Anglergeschäften zu kaufen. Ca 3 Wochen dauert es bis sich die Maden bei Zimmertemperatur verpuppen und die Fliegen schlüpfen. Schmeißfliegen müssen daher rechtzeitig vor Blühbeginn eingekauft werden.
  3. Mistbienen/Scheinbienen (Eristalis tenax): Die Mistbienen findet man am leichtesten in Misthaufen vor Ort. Die Zucht ist recht aufwendig. Die Eier dieser großen Schwebfliegenart, werden in der Jauche von Misthaufen abgelegt. Die Larven entwickeln sich im Misthaufen und können dort eingesammelt werden. Das Schlüpfen der Mistbienen kann einige Wochen dauern.
  4. Erdhummeln (Bombus terrestris): Man kann die Erdhummeln meist im Gartenhandel oder direkt bei diversen Nützlingsfirmen per Versand kaufen. Da sie weniger "staatenfixiert" sind als Honigbienen, kann man aus den königslosen Hummelvölker die man kauft, Hummeln herausfangen und in die Isolationskäfige einbringen. Erdhummeln gewöhnen sich rasch an die neue Situation und leisten bei den für sie geeigneten Kulturen, gute Bestäubungsarbeit.
Wichtig: Bitte keine Honigbienen in den Isolationskäfigen einsetzen! Es sind soziale Lebewesen, die in der "Gefangenschaft" keine Bestäubungsarbeit leisten, da sie unbedingt zu ihrem Bienenvolk zurückfliegen wollen! Ebenso ist beim Einsatz von Bestäuberinsekten, wie bereits gesagt, auf eine Artgerechte und der jeweiligen Insektenart angepaßte Haltung in den Isolationskäfigen notwendig! Bitte informieren Sie sich unbedingt vor dem Einsatz von Bestäuberinsekten über deren Haltung und Lebensgewohnheiten!

4: "Die Handbestäubung":
Die gebräuchlisten Methoden der sortenreinen Saatgutgewinnung haben Sie bereits gesehen. Neben der mechanischen Isolation wird auch noch sehr häufig die händische Bestäubung angewandt. Diese Methode eignet sich besonders für Gemüsearten die von Insekten befruchtet werden, bezw. ebenso für Windbestäuber wie z.B: den Mais. Im privaten Hausgarten wird diese Methode vor allem bei getrennt-geschlechtlichen Blüten angewandt. Pflanzen mit zwittrigen Blüten sind mit der Handbestäubung nur recht aufwenig sortenrein zu vermehren. Daher werden zwittrige Blüten meist auch nur in der gewerblichen Züchtung eingesetzt bezw.nur von sehr erfahrenen privaten Erhaltern imHausgarten gebraucht.
Generell funktioniert die Methode der Handbestäubung folgendermaßen: Die Blüten der zu vermehrenden Gemüsesorten werden einzeln oder im ganzen mit Vlies oder ähnlichem eingepackt um sie vor ungewollter Fremdbefruchtung zu schützen. Sobald die Blüten soweit sind, wird die Schutzhaube der Blüten kurz abgenommen. Aufpassen daß während dieser Zeit keine Insekten oder starker Wind weht! Nun werden von den männlichen Blüten reiner Pollen abgenommen und von Hand auf eine empfängliche Narbe einer ebenfalls vor Fremdbefruchtung geschützten Gemüsesorte einer weiblichen Blüte aufgetragen. Nachdem die Befruchtung von Hand geschehen ist, muß die weibliche Blüte vor weiterer ungewollter Fremdbefruchtung weiterhin geschützt werden. Dazu packt man die befruchtete Blüte wieder mit Vlies oder ähnlichem ein und markiert sie mit einem farbigen Bindfaden oder ähnlichem. Sobald die Blüte vollständig abgeblüht ist bezw. die Samenkörner sich bereits entwickeln,kann man die Schutzhaube aus Vlies ganz entfernen. Die Handbestäubung ist also eine Art "künstliche Befruchtung", die jedoch sehr einfach zu handhaben ist. Durch diese Methode kann man ganz gezielt die schönsten und besten Pflanzen in einem Bestand auswählen die den nötigen Kriterien der jeweiligen Gemüsesorte am besten entsprechen. Für Züchtungs- und Selektionsarbeiten an Gemüsesorten eignet sich die Handbestäubung also sehr gut.



4. Auslese und Selektionsarbeit:









5. Populationsgröße und Genetische Vielfalt::








6. Saatgutreinigungsmethoden:








7. Saatgutlagerung:







8. Verschiedenes:








9. Schritt-für-Schritt Anleitungen allgemeiner Techniken für die Saatgutgewinnung


Einzelne Blüten isolieren:
Einzelne Blüten isolieren 120x150
Ganze Pflanze isolieren:
(Demnächst)
Selektion und Auslese:
Selektion und Auslese 120x150


zurück nach oben

Impressum & Haftungsausschluss