Da die Andenbeere und die Ananaskirsche sind eng miteinander verwandt. Daher ist der Sortenerhalt fast identisch und deshalb werden die beiden Arten hier zusammengefaßt.
Die Andenbeere stammt vermutlich aus den Anden Perus und ist in ganz Südamerika wild verbreitet. Die heute bekannten Kulturformen wurden aber erst in Südafrika entwickelt. In Südamerika, im tropischen Afrika, Australien, Indien und Südostasien wird die Andenbeere heute kultiviert.
Botanische Einteilung:
Die Andenbeere gehört der Gattung Physalis an und der Art peruviana . Sie bildet kleine orange-gelbe Früchte aus, die in einem papierartigem Lampion sitzen. Die Früchte können roh, als Kompott, als Marmelade oder getrocknet verzehrt werden.
Die Ananaskirsche gehört der Gattung Physalis an und der Art pruinosa. Sie ist kleinwüchsiger als die Andenbeere und bildet bildet bräunliche Früchte aus. Der Geschmack ist etwas "eigenwilliger", jedoch ist sie frühreifender als die Andenbeere.
Daneben gibt es auch noch die bei uns als Zierpflanze verwendete Judaskirsche oder auch noch als Erdbeertomate bekannte ( Physalis alkengii ). Ihre Lampions werden oft als Trockenblumen verwendet. In den roten leuchtenden Lampions sind kleine eßbare Früchte enthalten, die bei uns aber fast nie genutzt werden zum Essen.
Befruchtung, Kreuzung und Isolation:
Die Blüten der Andenbeere und Ananaskirsche sind zwittrig und selbstbefruchtend. In der Literatur wird eine Fremdbefruchtung durch Insekten angegeben. Diese scheint aber sehr selten zu sein, da die Fremdbefruchtung im Schaugarten der Arche Noah noch nie beobachtet wurde. Um jedes Risiko einer Verkreuzung auszuschließen sollte man aber abwechselnd die beiden Arten im Garten anbauen, oder man isoliert mit Käfigen oder Vlies, wenn man Saatgut ernten will. Oft säen sich die Pflanzen leicht selbst aus. Ob die Pflanzen Sortenrein sind, wenn die Andenbeere und Ananaskirsche zeitgleich angebaut werden ist umstritten. Die Andenbeere und Ananaskirsche können sich mit anderen Physalisarten, außer der Tomatillo (Physalis ixocarpa) verkreuzen, was bei der Saatgutgewinnung zu beachten ist.
Saatgutgewinnung, Ernte und Verarbeitung:
Sobald die Früchte vollkommen reif sind, kann man mit der Saatguternte beginnen. Dazu werden von möglichst vielen Pflanzen, Früchte abgenommen und man streift den papierartigen Lampion ab. Die Früchte können nun mit einem Mixer zerkleinert werden. Da jedoch die Möglichkeit besteht, Samenkörner zu verletzen, wende ich diese Methode persönlich nicht an. Ich zerdrücke daher die Früchte mit der Hand in einer Schüssel. Das so gewonnene Fruchtfleisch, wird direkt unter fließendem Wasser in einem engmaschigen Sieb gereinigt bis nur mehr die Samenkörner übrig sind. Anschließend werden die Samenkörner auf einem Tuch oder Filterpapier ausgebreitet zum trocknen.
Lebensdauer des Saatgut:
Über die Lebensdauer des Andenbeeren- bezw. Ananaskirsch-Saatgutes gibt es leider keine verläßlichen Informationen. Man geht aber davon aus, daß die Lebensdauer in etwa dieselbe wie bei den Tomatillos ist. Diese bleiben in der Regel und je nach Sorte mindestens 3 Jahre lang keimfähig, bei idealer Lagerung. Das Saatgut sollte vollkommen getrocknet sein, ehe es in luftdichte Behälter eingefüllt wird. Die Behälter an einen kühlen und trocknen Ort aufstellen.