Die heutige Aubergine wie wir sie kennen, stammt ursprünglich von einer stacheligen Pflanze ab, die in Indien beheimatet war und bittere Früchte hervorbrachte. Durch jahrhunderte lange Züchtung und Selektion sind nach und nach Pflanzen mit Früchten entstanden, die nicht mehr bitter waren und die die unterschiedlichsten Formen und Farben hatten. Bei uns kennt man heute nur mehr ausschließlich die violetten etwas länglichen Früchte. Dabei hat auch die Aubergine eine große Sortenvielfalt, die es zu erhalten gibt. Hier erhalten Sie nun einige wichtige Informationen, wenn Sie Sorten, sortenrein erhalten wollen.
Botanische Einteilung:
Die Auberginen gehören der Gattung Solanum und zur Art melongena an. Die Pflanzenhöhe kann zwischen 25cm und 2,5m liegen. Die Früchte können von perlengroß bis zu 50cm lang werden und haben Farben von hellgrün über weiß zu rosa, lila und gestreifte.
Daneben gibt es aber auch noch die Gattung Solanum mit der Art integrifolium, die bittere und nicht bittere Formen haben und die hauptsächlich in Asien und Afrika angebaut werden.
Befruchtung, Kreuzung und Isolation:
Die Blüte der Aubergine sind botanisch perfekt und werden hauptsächlich selbstbefruchtet. Man ist sich aber noch immer uneinig, ob die Insektenbestäubung für den Fruchtansatz notwendig ist. Um ungewollte Kreuzungen der jeweiligen Sorten zu vermeiden, müssen die einzelnen Sorten mindestens 20m voneinander weg angebaut werden. Besser ist, man isoliert die einzelnen Blüten, was aber sehr arbeitsaufwendig ist, oder man isoliert mit Käfigen, oder Vliessäcken. Beim einsacken der ganzen Pflanze muß man aufpassen, daß man keine Erdflöhe mit einsperrt, da diese die ganze Pflanze vernichten können.
Saatgutgewinnung, Ernte und Verarbeitung:
Damit man die genetische Vielfalt innerhalb einer Population gewährleistet, ist es wichtig daß man nicht nur 1 oder 2 Pflanzen von jeder Sorte anbaut. Mindestens 6, besser 12 Pflanzen pro Sorte sind bei Auberginen notwendig dafür. Für die Saatguternte, nimmt man die Früchte ab, wenn sie Überreif sind. Die Auberginen ändern ihre Farbe, sobald sie vollreif sind. Lila farbene Sorten werden zB: dunkel-lilabraun. Weiße Sorten werden goldenfarben. Und grüne werden gelbgrün. Samen von unreifen Früchten keimt nicht, daher besonders auf vollreife achten! Am besten ist, man läßt die Früchte bei Zimmertemeratur anfangen zu verfaulen, ehe man Saatgut davon abnimmt.
Man kann bei wenig Saatgut was man ernten will, die Samenkörner einzeln aus dem Fruchtfleisch herauspicken. Wer mehr Saatgut gewinnen will, oder es sich leichter machen will, geht folgendermaßen vor.
Der untere Teil der Früchte, wird mit einem Reibeinsatz auf einer Küchenmschine oder einem Rebeisen, zerkleinert. Da die Samen fest und glatt sind, werden sie fast nicht beschädigt dabei. Das so zerkleinerte Fruchtfleisch, wird in einer Schüssel mit Wasser übergossen, bis es weich wird. Dazu drückt man das Fruchtfleisch so lange zwischen den Händen, bis die Samen zu Boden sinken, und das Fruchtfleisch auf der Oberfläche schwimmt. Den Vorgang solange wiederholen,bis nur mehr wenig Samenkörner im Fruchtfleisch sind.
Man kann aber auch den unteren Teil der Früchte in etwa 1cm große Würfel schneiden und diese dann einzeln in einen Mixer geben und diesen auf der niedrigsten Stuffe laufen lassen. Zwischendurch etwas Wasser hinzufügen. Den so gewonnenen Auberginenbrei gibt man in eine Schüssel tut etwas Wasser hinzu und rührt das ganze auf, bis sich die Samenkörner unten am Boden absetzen und das Fruchtfleisch oben auf dem Wasser schwimmt. Das oben schwimmende Fruchtfleisch schöpft man ab, solange bis man nur mehr unten Samenkörner übrig hat. Diese werden dann in einem Sieb nochmals durchgespült, falls noch Fruchtfleisch anhaften sollte. Anschließend wird das Saatgut auf einem Tuch oder auf Filterpapier getrocknet. Niemals Küchenpapier oder Plastikfolien als Unterlage benutzen, da hier das Saatgut dran festkleben kann. Die Samenkörner nicht in der direkten Sonne trocknen und mehrmals umschichten, damit sie gleichmäßig trocknen.
Lebensdauer des Saatgut:
Werden die Samen der Auberginen luftdicht an einem kühlen, dunkelen und trocken Ort gelagert, behalten sie eine Keimfähigkeit von etwa 50% über 7 Jahre hinweg. Samen, die vollkommen trocken sind, können in einem luftdichten Behälter auch eingefroren werden.