Sortenerhalt Gartenmelde:
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Gartenmelde ist eine alte Spinatpflanze aus Europa, die aber nur mehr selten in unseren Gärten anzutreffen ist. Die farbigen Blattformen bereichern optisch den Speisezettel und sind mild im Geschmack. Die Pflanzen sind raschwüchsig und sehr ertragreich. Sie wurden aber durch unseren heutigen Spinat, der sich maschinell beernten läßt, verdrängt. Bezw. findet man sie auf den großen Handelsmärkten nur wenig, da ihre Blätter nach der Ernte rasch welken und somit lange Transportwege nicht möglich sind.

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Botanische Einteilung:
Die Gartenmelde gehört der Gattung Atriplex und der Art hortensis an. Es gibt drei Varietäten. Erstens die grünen Formen var. hortensis, zweitens die roten Formen var. rubra und drittens die gelben Formen var. lutea.

Befruchtung, Kreuzung und Isolation:
Die Gartenmelde ist ein Fremdbefruchter. Sie wird durch den Wind bestäubt. Die verschiedenen Varietäten von grünen, roten und gelben Formen können sich verkreuzen. Will man von der Gartenmelde, jedoch mehrere verschiedene Formen/Sorten der jeweiligen Arten anbauen, müssen diese isoliert werden. Entweder man hält mindestens 100 Meter Abstand zwischen den einzelnen Sorten, oder man sät die einzelnen Sorten zu verschiedenen Zeitpunkten aus, so daß sie zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Gelegentlich werden auch Isolationskäfige benutzt. Da die Pflanzen aber Höhen von etwa 2m erreichen können, gestaltet sich dies recht schwierig. Will man dennoch mit Isolationskäfigen arbeiten, werden dazu alle Sorten bis auf eine mit den Isolationskäfigen zugedeckt. Reihum wird jede Sorte für einen Tag lang geöffnet, die anderen Sorten bleiben dann geschlossen. Dies muß solange erfolgen, bis die Blüten aller Sorten vollständig abgeblüht sind.

Saatgutgewinnung, Ernte und Verarbeitung:
Damit man die genetische Vielfalt innerhalb einer Population gewährleistet, ist es wichtig daß man nicht nur 1 oder 2 Pflanzen von jeder Sorte anbaut. Bei der Gartenmelde sind mindestens 5-10 Pflanzen pro Varietät/Sorte notwendig dafür. Von den ausgewählten Pflanzen die zur Saatgutgewinnung dienen keine Blätter abernten. Sobald die äußeren Hüllbläter trocken und braun sind, meist ist die gesamte Pflanze auch schon recht abgestorben bezw. getrocknet, können die Samen geerntet werden. Die Samenstände nicht zu lange an den Pflanzen belassen, da sie relativ schnell ausfallen. Abgeschnittene Samenstände werden an einem trocknen und luftigem Ort kurz nachgetrocknet. Danach werden sie in einem Sack ausgedrescht und mittels eines Siebes gereinigt. Die Samenkörner sind in Hüllen, sogenante Valven eingebettet. Diese dürfen nicht entfernt werden, da dies zu einer stark verminderten Keimfähigkeit führt.

Lebensdauer des Saatgut:
Die Samen der Gartenmelde bleiben in der Regel und je nach Sorte bis zu 6 Jahre lang keimfähig, bei idealer Lagerung. Evtl. können die Samenkörner auch länger gelagert werden. Das Saatgut sollte vollkommen getrocknet sein, ehe es in luftdichte Behälter eingefüllt wird. Die Behälter an einen kühlen und trocknen Ort aufstellen.

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