Sortenerhalt Kartoffeln:
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Kartoffeln sind bei uns heutzutage als Gemüse, einfach nicht mehr weg zu denken. Doch die einstige Vielfalt ist leider bis auf wenige Sorten geschrumpft. Bei uns sind fast nur mehr gelbfleischige Sorten im Handel. Daß es daneben aber auch blaue, purpurne, weiße, rosa, gestreifte oder sogar gescheckte Kartoffeln gibt, wissen die wenigsten noch. Kartoffeln lassen sich leicht sortenrein vermehren und sind deshalb die Ideale Gemüseart, um mit der Erhaltungszucht zu beginnen.

Botanische Einteilung:
Die Kartoffeln gehören der Gattung Solanum und zur Art tuberosum an. Die Pflanzenhöhe liegt im allgemeinen um die ca 50cm. Die Früchte können länglich, rund, oval mit glatter Schale oder tiefliegenden Augen sein.

Befruchtung, Kreuzung und Isolation:
Kartoffeln werden fast ausschließlich vegetativ über Knollen oder Stecklinge vermehrt. Das Vermehren über Saatgut ist aber möglich, doch wird es meist nur für Züchtungsarbeit für neue Sorten verwendet. Das isolieren entfällt, denn bei der Benutzung von vegetativem Pflanzenmaterial wird die Sorte immer sortenrein erhalten.

Saatgutgewinnung, Ernte und Verarbeitung:
Kartoffeln werden meist mit Knollen gepflanzt. Die Jungpflanze ist eigentlich nur ein Klone der Elternsorte. Kartoffeln können so über Jahre hinweg immer wieder sortenrein angebaut werden. Doch leider nehmen im Laufe der Zeit meist auch Viruserkrankungen und Nematoden zu, was zu einem geringeren Ertrag führt. Aus dem Grunde kann man, wenn erste Anzeichen auf eine Erkrankung hinweisen, auch Stecklinge von den Kartoffeln schneiden, die angetrieben wurden.
Dazu pflanzt man die Kartoffelknollen in ein steriles Substrat oder in gedämpfte Erde, in einen großen Topf. Dann treibt man die Knollen bei sehr warmen Temperaturen etwa 25
º Grad an. Durch das extrem schnelle treiben der Triebe, kommen die Erkrankungen aus der Knolle nicht schnell genug hinterher. Der obere Teil des Triebes ist somit fast zu 100% krankheitsfrei. Wenn die Triebe eine Länge von ca 15-20cm erreicht haben, werden sie mindestens 5cm über der Erde abgeschnitten. Dabei darf der abgeschnittene Trieb weder mit der Knolle, noch mit der Erde in Kontakt kommen. Die gewonnenen Stecklinge werden nun in ein anderes steriles Substrat gesteckt. Unter feucht-warmen Bedingungen bilden sich nach etwa 14 Tagen Wurzeln und können dann wie normale Kartoffeln im Garten gepflanzt werden. Die ursprüngliche Knolle und die Erde sollte man entsorgen um die Krankheitskeime nicht im Garten zu verschleppen. Stecklinge von Kartoffelpflanzen können praktisch das ganze Jahr abgenommen werden. Sie können in einem relativ kühlen Gewächshaus bis zu einem Jahr lang gehalten werden, ehe sie ausgepflanzt werden.
Natürlich kann man auch über Samen Kartoffeln vermehren. Um sortenrein zu erhalten müssen die Blüten aber isoliert werden. Möchte man gerne eine neue Sorte heranzüchten, kann man gezielt verschiedene Sorten miteinander kreuzen oder man nimmt später aus einem Bestand den Samen ab der sich mit anderen gekreuzt hat und läßt sich überraschen. Den Samen finden Sie in den kleinen, harten grünen Früchten, die sich nach der Blüte entwickeln. Sobald die Früchte spürbar weicher werden, können sie geerntet werden. Die Samengewinnung ist dieselbe wie bei allen Nachtschattengewächsen. (Siehe zB: Tomaten ). Eine Fermentation von 1-3 Tagen, wie auch bei den Tomaten, wirkt sich positiv auf die Keimung der Kartoffelsamen aus. Ideale Keimtemperaturen liegen bei etwa 16
º Grad.

Lebensdauer des Saatgut:
Die Knollen der Kartoffel werden bevor sie eingelagert werden, kurz an der Sonne getrocknet. Danach packt man sie nicht zu dicht in Kisten oder Körbe und stellt sie an einen kühlen aber frostfreien Ort auf. Bei Temperaturen von etwa 1-4
º Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 80-90%, halten die Kartoffelknollen normalerweise zwischen 4 und 6 Monaten.
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