Linsen zählen zu den Ur-Kulturpflanzen der "Alten Welt". Sie sind aus der indischen Küche z.B: nicht wegzudenken, da sie dort bedeutende Kulturpflanzen sind, die für Mehl, Suppen und andere Gerichte verwendet werden. Junge Hülsen werden auch als Gemüse geerntet und die ganzen Samen können auch frittiert bezw. gesalzen werden. Linsen-Pflanzen haben eine recht zierliche Erscheinung.
Botanische Einteilung:
Die Linsen gehören der Gattung Lens und zur Art culinaris.
Daneben werden die Linsen noch in zwei Untergruppen eingeteilt: Die großsamigen Formen zählen zur "Macrosperma Gruppe " und die kleinsamigen zur "Microsperma Gruppe". Dabei ist der Übergang zwischen beiden Formen aber fließend.
Befruchtung, Kreuzung und Isolation:
Linsen haben botanisch perfekte Blüten, die sich selbst befruchten. Sie haben jedoch auch ein gewisses Potential zur Fremdbefruchtung. Man geht hier von etwa 0,05 bis über 5% Fremdbefruchtung aus. Es gibt unterschiedliche Meinungen hierzu, ebenso ob die Linsen-Blüten von Bienen besucht werden oder nicht. Will man von den Linsen jedoch mehrere verschiedene Sorten anbauen, sollte man diese isoliert anbauen, um eine mögliche Fremdbefruchtung auszuschließen. Entweder man hält mindestens 150 Meter Abstand zwischen den einzelnen Sorten oder man deckt die Pflanzen mit Vlies ab. Die reifen Hülsen verlieren leicht ihre Samen. Daher muß vorsichtig geerntet werden.
Saatgutgewinnung, Ernte und Verarbeitung:
Damit man die genetische Vielfalt innerhalb einer Population gewährleistet, ist es wichtig daß man nicht nur 1 oder 2 Pflanzen von jeder Sorte anbaut. Mindestens 10, besser 15 Pflanzen pro Sorte sind bei den Linsen notwendig dafür. Sobald die Pflanzen vertocknet sind, sind die Samenkörner vollkommen reif. Nun kann man mit der Saatguternte beginnen. Dazu werden von möglichst vielen Pflanzen, die ganzen vertrockneten Pflanzen ausgerissen und auf einem Tuch einige Tage nachtrocknen gelassen. Anschließend die getrockneten Pflanzen mit einem Stock oder ähnlichem, direkt im Tuch eingewickelt dreschen. Danach das gedroschene Material durch verschiedene Siebe reinigen, bis man nur mehr Samen übrig hat. Oder man pflückt die vertrockneten Hülsen einzeln von den Pflanzen ab und pallt nach einigen Tagen des nachtrocknen, die Samenkörner einzeln aus. Diese Methode ist zwar schonender, aber auch sehr mühsehliger als das ausdreschen. Nachdem man die Samenkörner gewonnen hat, kann man sie noch einige Tage lang nachtrocknen bevor man sie in luftdichte Behälter einfüllt.
Lebensdauer des Saatgut:
Die Samen der Linsen bleiben in der Regel und je nach Sorte mindestens 2 bis 3 Jahre lang keimfähig, bei idealer Lagerung. Das Saatgut sollte vollkommen getrocknet sein, ehe es in luftdichte Behälter eingefüllt wird. Die Behälter an einen kühlen und trocknen Ort aufstellen.