Sortenerhalt Paprika, Chili & Pepperoni:
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Ebenfalls sehr beliebt bei Hobby-Gärtnern sind alle Formen und Farben des Paprika, insbesondere aber des Chili. Wie bei den Tomaten, findet man auch beim Chili, ettliche Seiten im Internet, die sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigen. Neben den bekannten Arten, gibt es auch vielfach unbekannte Arten, die oft in unseren Breiten kaum Beachtung finden, obwohl sie auch bei uns gedeihen. Paprika & Co. sind allerdings nicht so leicht sortenrein zu vermehren, als dies zB: bei den Tomaten möglich ist. Daher für alle, die sich mit der sortenreinen Vermehrung beschäftigen, hier einige nützliche Informationen.

Botanische Einteilung:
Die Gattung Capsicum beinhaltet 5 Kulturarten und etwa 18 wilde Arten, die bisher beschrieben wurden. Wie schon bereits erwähnt, sind bei uns oft nur Capsicum annuum und Capsicum frutescens die angebaut werden. Die früher bezeichnete Art Capsicum chinense wurde zwischenzeitlich in die Gruppe der Capsicum frutescens aufgenommen, da man der Ansicht war, daß es keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Arten gebe.
Daneben gibt es aber auch noch die Arten Capsicum baccatum und Capsicum pubescens, die bei uns oft nur von Liebhabern, Sammlern oder Erhaltern, angebaut werden.

Befruchtung, Kreuzung und Isolation:
Die Blüten des Paprika, Chili und Pepperoni sind botanisch perfekt und bestäuben sich selbst. Jedoch werden die Blüten sehr oft und gerne von Bienen und Schwebfliegen angeflogen, was zu Kreuzungen innerhalb der Sorten führen kann. Dadurch sind Kreuzungen von bis zu 80% möglich.
Baut man süßen Gemüsepaprika neben scharfen Chili-sorten an, die einen sehr hohen Gehalt an Capsaicin haben, kann es vorkommen, daß durch die Kreuzungen, der süße Gemüsepaprika "scharfe Nachkommen" hervorbringt. Baut man also mehrere Sorten imGarten an, muß entweder eine räumliche Trennung von etwa 500m zwischen den einzelnen Sorten eingehalten werden, oder aber man schützt die einzelnen Sorten durch Isolationskäfige. Man kann aber auch bei kleinen Saatgutmengen einzelne Blüten mit Vlies einsacken. Man sollte jedoch mehrere Blüten einsacken,um die genetische Variabilität zu gewährleisten.
Bei manchen Sorten kann es notwendig sein, sie zu schütteln oder mit der Hand zu befruchten, damit ein Fruchtansatz erfolgen kann.

Saatgutgewinnung, Ernte und Verarbeitung:
Für die Saatguternte sollte man nur vollreife, gut ausgefärbte und gesunde Früchte verwenden. Man schneidet das Fruchtfleisch auf und entfernt es, ohne dabei den inneren Kern wo sich die Samenkörner dran befinden, zu verletzen. Danach reibt man die Samenkörner entweder mit der Hand oder vorsichtig mit einem Messer abschaben, vom inneren Kern ab, in eine saubere Schüssel.
Beim ernten der Samenkörner von Chili und Pepperoni sollte man wegen der Schärfe, Gummihandschuhe tragen und in einem gut durchlüfteten Raum arbeiten!
Die grob gereinigten Samen werden dann in ein Sieb gegeben und durchgespült, damit sie vollkommen befreit sind von anhaftendem Fruchtfleisch. Anschließend breitet man das Saatgut auf einem Tuch oder Filterpapier aus, um es zu trocknen. Niemals Küchenpapier oder Plastik als Unterlage verwenden, da hier das Saatgut dran festklebt. Das Saatgut niemals im direkten Sonnenlicht oder Herd trocknen. Die Samenkörner sind vollständig trocken, wenn sie sich nicht mehr biegen lassen und leicht "brechen".

Lebensdauer des Saatgut:
Werden die Samen des Paprika, Chili und Pepperoni, kühl, dunkel und trocken gelagert, behalten sie mindestens 50% Keimfähigkeit über 3 Jahre hinweg.

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