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Zweijährige Samenträger topfen:
am Beispiel von Mangold

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Materialbedarf:
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Substrat, Töpfe und Kisten
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Erdkeller oder sonstiger geeigneter Ort zum überwintern der Samenträger

Schritt für Schritt Anleitung:

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Schritt 01:
Zahlreiche unserer Gemüsearten sind eigentlich zweijährige Pflanzen. Im ersten Jahr bilden sie Blattmasse oder Speicherorgane aus und wachsen nur vegetativ. Erst nach einer Überwinterung fangen die Pflanzen dann im zweiten Jahr an eine Blüte zu bilden und Samenkörner zu produzieren. Sie wachsen im zweiten Jahr also generativ.
Anhand des Mangold, welche auch eine zweijährige Kulturdauer für die Samengewinnung hat, möchte ich Ihnen zeigen wie Sie diese Pflanzen für die Überwinterung topfen können, um sie nächstes Jahr wieder auszupflanzen.
Auch alle anderen Pflanzen die zweijährig sind und die Sie für die Saatgutgewinnung nutzen wollen, können Sie nach dieser Anleitung topfen.

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Schritt 02:
In milden Gegenden die frostfrei und nicht zu feucht sind, können zweijährige Samenträger auch im Freiland überwinter werden. Dies ist aber meistens nicht der Fall, so daß die Samenträger an einem frostfreien und geschützten Ort, am besten ein Erdkeller, überwintert werden müssen. Solange es möglich ist sollten die Samenträger im Freiland verbleiben. Drohen aber Frost und Fäulnis, müssen die Pflanzen aus dem Freiland herausgenommen werden. Die Pflanzen dürfen dabei keineswegs abgeschnitten werden, da man sie ja nach der Überwinterung wieder auspflanzt. Also alle zweijährigen Pflanzen die als Samenträger dienen müssen unbedingt mit den Wurzeln (Erdballen) herausgenommen werden. Am besten mit einer Grabgabel vorsichtig die Pflanzen mit den Wurzeln aus der Erde herausnehmen.

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Schritt 03:
Anschließend entfernen Sie alle beschädigten, oder faule Blätter und Stängel an der Pflanze. Da die Pflanzen oft recht üppig über den Sommer gewachsen sind und viel Blattmasse meist nur schwer über den Winter zu bekommen ist, kann man auch einige gesunde Blätter und Stängel mit entfernen. Man kann die Stängel und Blätter mit einem Messer abschneiden oder wie hier auf dem Bild zu sehen, einfach abbrechen.

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Schritt 04:
So sieht dann die fertig geputzte und entblätterte Pflanze aus. Wichtig ist daß man auf keinen Fall die mittig angeordneten "Herzblätter" entfernt oder beschädigt. Werden diese nicht ganz an der Pflanze belassen wird sie im nächsten Jahr mit größter Wahrscheinlichkeit nicht mehr schossen können und somit kein Saatgut produzieren.

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Schritt 05:
Nachdem die Pflanzen geputzt sind können sie in geeignete Töpfe eingetopft werden. Stellen Sie Töpfe und selbst gemischtes Substrat für das Eintopfen bereit. Die Topfgröße richtet sich nach dem Wurzelballen. Wurzeln sollten nur beschnitten werden wenn sie beschädigt sind. Ansonsten Wurzeln nicht beschneiden und Töpfe in richtiger Größe aussuchen. Sie können auch z.B: eine große Kisten benutzen die Sie mit Substrat füllen und wo Sie mehrere Pflanzen zusammen einpflanzen können. Einzelne Töpfe sind wohl ein wenig aufwendiger im Vorfeld, erlauben aber später ein schnelleres Handhaben und ein zügigeres Anwachsen im Freiland, da hierbei keine der bereits über den Winter gebildeten Saugwurzeln beschädigt werden.

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Schritt 06:
Füllen Sie nun etwas vom vorher bereit gestellten Substrat in den Topf ein. Das Substrat sollte nicht zu trocken und zu nass sein. Es sollte auch nicht aufgedüngt sein, da die Pflanzen über den Winter keine extra Nährstoffe benötigen. Das Substrat kann aus einer Mischung von Gartenerde, Kompost, Sand, Holzspänen und handelsüblichem Kultursubstrat zusammengemischt werden. Welche Mischung bei Ihnen am besten geht müssen Sie über die Jahre probieren.

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Schritt 07:
Eine leichte Schicht Substrat, die den ganzen Topfboden bedeckt ist ausreichend. Die Töpfe nicht zu voll machen ehe Sie die Pflanzen einstellen.

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Schritt 08:
Nehmen Sie nun die fertig vorbereitete Pflanze und stellen Sie diese in den Topf hinein. Bitte hierbei keine Wurzeln beschädigen oder quetschen. Lieber einen Topf größer als einen zu klein wählen.

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Schritt 09:
Füllen Sie nun den Topf mit Substrat auf. Damit kein Substrat beim anschließenden befüllen in die "Herzblätter" von oben her gelangt, die Blätter evtl. mit der Hand umschließen und leicht zusammendrücken, während Sie das Substrat rundherum in den Topf einfüllen.

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Schritt 10:
Drücken Sie gelegentlich das bereits eingefüllte Substrat etwas an, damit es zu keinen ungewollten hohlen Stellen im Substrat kommt. Nicht richtig eingefülltes Substrat kann zum absterben von Wurzeln führen, bezw kann das Substrat später beim angiessen zu sehr einsacken. Das andrücken vermeidet also diese hohlen Stellen im Substrat.

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Schritt 11:
Füllen Sie solange Substrat nach bis die Wurzeln komplett bedeckt sind. Achten Sie dabei auf den Wurzelhals der Pflanze. Diesen sollten Sie am besten nicht mit Substrat bedecken, da es hier meist zu ungewollter Fäulnis kommt. Die Pflanzen sollten generell nicht tiefer oder höher stehen, als sie draussen im Freiland gestanden haben.

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Schritt 12:
So sieht anschließend die fertig getopfte Mangoldpflanze aus, die nächstes Jahr als Samenträger dient.

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Schritt 13:
Topfen Sie nun nach und nach alle Ihre Pflanzen, die Sie als Samenträger ausgewählt haben, wie oben erwähnt ein. Jede fertige Pflanze kommt in eine Kiste stehen, damit sie sich später leichter transportieren lassen.

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Schritt 14:
Nach dem topfen werden die Pflanzen an einen geschützten Ort transportiert. Sind die Pflanzen gut abgetrocknet und weisen keine Fäulnis auf, können sie mitsamt der Kiste aufgestellt werden. Ansonsten sollte man sie aus der Kiste herausnehmen und einzeln am Überwinterungsort aufstellen, so daß sie sich nicht gegenseitig berühren. Evtl. auftretende Fäulnis kann so nicht von einer Pflanze zur anderen übertragen werden, bezw. kann man schlechte Pflanzen schneller erkennen und aussortieren, als wenn sie dicht in einer Kiste gelagert werden.

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Schritt 15:
Wichtig ist auf jeden Fall immer eine gut sicht- und lesbare Beschriftung notwendig, damit man die einzelnen Sorten beim Transport und im Winterlager auseinanderhalten kann.

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Schritt 16:
Als Überwinterungsort ist ein Erdkeller mit 0-4ºC und ca 80%iger Luftfeuchtigkeit ein idealer Ort um die Samenträger zu überwintern. So gelagert können die Pflanzen zwischen drei und vier Monate aufbewahrt werden. Steht kein Erdkeller zur Verfügung kann man die Pflanzen auch in einem Frostfreien Gewächshaus oder gut abgedichtetem Frühbeet überwintern. Über den Winter die Pflanzen regelmäßig kontrolieren und schlechte aussortieren. Das Substrat stets feucht, aber nicht naß halten. Ein austrocknen des Substrates bezw. der Pflanzen ist zu vermeiden. So gelagert überstehen die zweijährigen Samenträger gut die Überwinterungsphase und können im Frühjahr problemlos wieder ausgepflanzt werden um in Blüte zu gehen und Saatgut zu erzeugen.

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